

von Sebastian Trepesch
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Also gut, also gut, ich gebe ihr die Chance.
Sie ist ja recht hübsch, sie ist ja ganz süß.
Was mit ihr zu unternehmen jedoch strengt so an,
nicht nur, weil sie Initiative nicht ergreifen kann.
Ein Ja oder Nein kommt nie über ihre Lippen.
Was sie wirklich will? Ich kann nur tippen.
Jetzt sitzen wir hier, jeder vor seinem Bier.
Die Alleinunterhalter-Ausbildung fehlt mir.
Ich kann das Gespräch nicht aufrecht erhalten,
ich lehne mich zurück und lasse Ruhe walten.
Stille zum Nachdenken tut oftmals gut.
Doch wenn sie Überdenkbares nie sagen tut?
Da fällt mir doch glatt ein neuer Spruch ein:
Stille Wasser können seicht sein.
Die Zeiger bleiben stehn, keine Zeit verrinnt.
Mir scheints, als ob die ewge Ruhe jetzt beginnt.
Es ist so tonlos
wie dieses Lied.
Hört ihr Töne?
Nöö, nur Beat.
Ich werde müde, so müde, wie sie ist.
Mir ist langweilig, so langweilig wie sie ist.
Kannst Du sprechen? würde als gemeiner Kerl ich fragen,
fragen wagen.
Nee, jetzt kommt auch noch die her, die ist das Gegenteil.
Zwar nicht in Intellekt, doch dafür in der Laberei.
Ja, das habe ich davon: sie setzt sich zu uns hin.
Weil ich auch nie mit dem, was grade ist, zufrieden bin.
Ihr Fließbandscheißgelaber, Gegacker und Getuschel
führt zu Stau vor meiner Ohrmuschel.
Alle flüchten vor ihr und ihrem Mund und ich glaub,
nur der Freund ist ihr ganz Ohr. Und der ist taub.
O.K. ich will doch lieber das, was vorhin ich vermied:
Ich will es tonlos wie dieses Lied.
Da sagt sie: Oh, sorry, muss jetzt gehn,dass ich den Bus erwisch.
Es kehrt die ewge Ruhe ein an unserm Tisch.
Es ist so tonlos
wie dieses Lied.
Hört ihr Töne?
Nöö, nur Beat.
Wahrscheinlich denkt ihr jetzt: Der weiß auch nicht was er will.
Erst geht das Labern auf den Senkel und jetzt will ers auch nicht still.
Verständlich wär es euch, würdet ihr beide Frauen kennen.
Es ist ungelogen
zum Davonrennen.
Ich habe keinen Bock darauf jetzt mit Gewalt
Kommunikation zu starten, die an einer Wand abprallt.
Ich ziehe mich zurück in die Gedankenwelt,
bis mir ein Mund, ein Sprechender, von der Sprachlosen auffällt.
Ich versteh das meiste nicht, weil ich transzendier,
bekomme nur noch mit sie will was von mir.
Meine Finger beißen sich ins Holz der Klappbierbank.
Ich hör die Engel singen, nein, die lachen sich halb krank.
Oh wäre diese Stille doch nur ungebrochen,
jetzt kann ich nicht mehr tun, als hätt ich nichts gerochen.
Nee, nee, o Mädel, sorry, uuh, das schlägt auf den Magen.
Sprachlos bin ICH jetzt. Oh je, was soll ich ihr denn sagen?
Besser, mal zu schweigen, überleg ich mir.
Nur zum Kellner Whisky da hilft kein Bier.
Ich bleibe weiter tonlos, sie auch, doch irgendwann,
so nach dem siebten Glas fang ich zu reden an.
Du bist so tonlos
wie dieses Lied.
Hörst du Töne?
Nöö, nich mal Beat.
Und genau so bist Du.
Sag mal, hättest Du gedacht,
dass jemand Ton-Beat-loses wirklich Freude macht?
Bist ja noch jung, hast das nicht so bedacht.
(Tonlos wie dieses Lied.)
Du bist so tonlos
wie dieses Lied.
Hörst du Töne?
Nöö, nur Beat.
Und nicht mal den hast Du.
Sag mal, hättest Du gedacht,
dass jemand Ton-Beat-loses wirklich Freude macht?
Bist ja noch jung, hast das nicht so bedacht.
Tschau, gute Nacht!

